Pressemitteilung zum E-Sports Business Forum St.Gallen

200 Teilnehmer trafen sich in St. Gallen

Früher nannte man sie Nerds und Stubenhocker, heute werden junge Gamer gefeiert wie Rockstars. Mit Millionen Zuschauern, Fans und Followern. E-Sport zählt zu den global am schnellsten wachsenden Sportarten. Konsolensport ist ein Milliardengeschäft. In diesem spannenden Markt fristet die Schweiz allerdings noch ein Nischendasein. Das soll sich bald ändern, wie man am ersten eSPORT.BUSINESS.FORUM in St.Gallen erfuhr.

Offizielle Pressemeldung des DSHS

„In den nächsten drei Jahren wird E-Sport zu den Top fünf Sportarten der Schweiz zählen“, meint Daniel Luther, Projektleiter E-Sport des ESB Marketing Netzwerk. Derzeit gibt es 840.000 aktive Gamer in der Schweiz. 90 Prozent davon sind männlich. Im Gamingbereich ist die Schweiz somit sehr weit. Aber im Profibereich dem E-Sport, „liegt die Schweiz im internationalen Vergleich nur auf Platz 55“, sagt Luther. Dies könne jedoch nicht einzig auf die Grösse zurückzuführen. Ähnlich kleine Länder wie Dänemark bieten bereits E-Sport im Unterricht sowie E-SportStudiengänge an.

Fehlende Strukturen im E-Sport

Der E-Sport in der Schweiz steckt noch in den Kinderschuhen. „Was der Sport dem E-Sport voraus hat, das sind die klassischen Strukturen mit Vereinen, Trainern und Ansprechpartnern“, meint Vinzenz Kögler, Expräsident der Swiss Esports Federation. Es brauche strukturierte Vereinsgründungen, eine Talentschmiede und geförderte Trainingslager. Kögler ist auch davon überzeugt, dass eSport dringend Vereinsförderungen erhalten sollte, um sich am internationalen Parkett durchzusetzen. „Kinder würden dann nicht mehr alleine zu Hause zocken, sondern in geordneten Vereinsstrukturen unterstütz.“ Durch transparente und bekannte Anlaufstellen für E-Sport würde die Branche an Professionalität gewinnen.

„Es braucht einen Shaqiri im Schweizer E-Sport. Wir brauchen Helden“, sagt Martin Schorno von Amazing Events. Noch sei die Schweizer Szene recht überschaubar, aber es gibt bereits eine solide eSport-Basis mit spannenden Start-Ups und mutigen Projekten. Ein Beispiel dafür ist der Touring Club Schweiz (TCS). Mit über 1,5 Mio. Mitgliedern ist der TCS der grösste Schweizer Mobilitätsclub. Und seit kurzem auch Veranstalter einer der grössten nationalen E-Sports-Ligen. Die „TCS Rocket League“ ist kurzgesagt virtueller Fussball mit Autos und zählt mit über 60.000 aktiven Spielern zu einem der meistgespielten Games der Schweiz.

Pionierarbeit einer Bank

Auch PostFinance gründete erst kürzlich ein eigenes eSport-Team. Fünf junge Erwachsene sollen sich unter professioneller Leitung im Computerspiel „League of Legends“ an die europäische Spitze spielen. Das „eSportExperiment“ der Bank startet im Januar 2019 und läuft zunächst ein Jahr lang. Das Team lebt während des Jahres in einem Haus mit voll ausgestattetem Trainingsraum und kann sich so ganz auf den Sport fokussieren. Die PostFinance soll bis Ende 2020 zum „Digital Powerhouse“ und zur führenden digitalen Bank der Schweiz werden. In Sachen Strukturierung des E-Sports leistet PostFinance damit Pionierarbeit. „Wir wollen die digitalste Bank der Schweiz werden“, sagt Thomas Zimmermann, Leiter Brand Experience, PostFinance. Eines der Ziele des Projekts sei es, aufzuzeigen, wie einfach Finanzen in der digitalen Welt verwaltet werden können. „Mit E-Sport erreichen wir digital-affine Kunden in ihrem Umfeld“, so Zimmermann. Das Experiment lief mit 820 eingereichten Bewerbungen jedenfalls schon mal erfolgreich an. Der Ausgang des Experiments sei noch ungewiss. „Aber wenn wir etwas gewinnen, dann sind es Erfahrungen und auch der Schweizer eSport wird davon sehr profitieren.“

Roger News