Ride 5 - Test / Review

Rennspiel-Style auf zwei Rädern!

Test Video olaf.bleich getestet auf PlayStation 5

Schnell, hübsch und gut spielbar, aber auch massenkompatibel? Milestone möchte mit seinem Motorradrennspiel "Ride 5" das "Gran Turismo" auf zwei Rädern werden. Ob es dafür reicht, erfahrt ihr im umfangreichen Test.

Das Jahr 2023 geht mit Vollgas in die Herbst- und Wintersaison: Mit "Forza Motorsport" und "The Crew: Motorfest" stehen noch zwei Titelkandidaten in den Startlöchern. Aber auch die Rennspiel-Experten von Milestone möchten einen Teil des Preisgeldes abhaben. Nachdem sich "MotoGP 23" zuletzt als Motorrad-Rennspiel für Fans präsentierte, geht man mit "Ride 5" einen anderen Weg. Das Spiel gibt sich zugänglicher und probiert in der Karriere mit Atmosphäre und reichlich Benzin-Geruch vor allem Rennspielfreunde in seinen Bann zu ziehen. Das Prädikat "'Gran Turismo' auf zwei Rädern" ist zwar vielleicht ein wenig hoch gegriffen, aber den Mainstream-Racing-Fan erreicht "Ride 5" allemal besser als "MotoGP 23".

Ein Rennspiel für jedermann?

Zum Start kreiert ihr zunächst euren eigenen Spielcharakter. Dieser repräsentiert euch in der Geschichte und taucht dort auch in Zwischensequenzen auf. Als Nächstes empfehlen wir einen Blick in die Optionen. "Ride 5" bietet vier Schwierigkeitsstufen. Das Spiel-Erlebnis variiert hier von "lachhaft einfach" bis hin zu "enorm herausfordernd". Vor allem die Hilfefunktionen wie etwa Unterstützung beim Bremsen, Einlenken oder auch Beschleunigen solltet ihr Stück für Stück für euch austesten. Individuelle Anpassungen können das Spiel-Erlebnis nämlich positiv beeinflussen.

Screenshot

In den Standard-Einstellungen präsentiert sich "Ride 5" etwas zahmer als "MotoGP 23". Auf der niedrigsten Stufe fährt das Spiel euer Bike fast von allein. Das zerstört natürlich sämtliche Motivation. Aber schon ab der zweiten Stufe vermittelt das Game ein gutes Gefühl für die Eigenheiten des Motorrad-Rennsports. Die Balance ist hier also einen Tick besser gelungen als bei "MotoGP", und so ist "Ride 5" nicht nur aufgrund der etwas geradlinigeren Präsentation für Gelegenheitsspieler besser geeignet.

Die Karriere

Herzstück des Spiels ist natürlich die Karriere: Milestone rückt sie mit gelegentlichen Einspielern und Anmoderationen ins rechte Licht. Angelehnt an eine Sport-Dokumentation, dreht sich hier alles um den Wettbewerb innerhalb des Rennsports und um die Leidenschaft am Fahren. Die eher stylisch-gemächliche Darstellung steht dem Game dabei sehr gut, auch wenn es nie an das grosse Vorbild "Gran Turismo" heranreicht. Trotzdem: Der Atmosphäre ist diese Neuausrichtung zuträglich und motiviert zum Weiterspielen. Nicht nur der eigene Spielcharakter übernimmt dabei eine tragende Rolle, auch die immer wieder auftauchenden Rivalen erhalten in den Zwischensequenzen ein wenig Kontur. Aber an dieser Stelle sei auch gesagt, dass "Ride 5" keine Story-Kampagne wie etwa in Codemasters' "F1 23" serviert.

Screenshot

Vielmehr geht es vor allem darum, den eigenen Fuhrpark aufzumotzen und die eigenen Bikes entsprechend anzupassen und zu tunen. Ähnlich wie in "Gran Turismo" sind die verschiedenen Veranstaltungen nämlich an die Klasse, aber auch an die Leistung eures Motorrads gekoppelt. Ihr müsst also immer wieder eure Bikes anpassen und entsprechend optimieren. Die Tuning-Optionen gestalten sich dabei übersichtlich und dennoch motivierend.

Screenshot

Wie schnell ihr euer Spielerprofil aufstuft und somit zusätzliche Bikes, Bauteile oder andere Extras freischaltet, hängt wiederum von eurem gewählten Schwierigkeitsgrad und den damit verbundenen Fahrhilfen ab. Wer also die Herausforderung sucht und sich in das Spiel hineinbeisst, wird auch entsprechend belohnt. In Verbindung mit den ohnehin immer härter werdenden Rennen entsteht so eine durchaus ordentliche Langzeitmotivation. Sehr schade: Statt umfangreicher Jubelszenen gibt es in der Karriere lediglich Standbilder eures jubelnden Spielcharakters. Da wäre schlicht mehr drin gewesen!

Kommentare

Ride 5 Artikel