Michel Ancel hat Ubisoft nicht ganz freiwillig verlassen

Auch gegen ihn läuft eine Untersuchung

Die Entwicklung von "Beyond Good and Evil 2" ist in den letzten Jahren nicht besonders gut verlaufen, was vor allem an Michel Ancel lag, wie berichtet wird.

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Nachdem der "Rayman"- und "Beyond Good & Evil"-Schöpfer Michel Ancel bestätigt hat, dass er die Videospiel-Industrie verlässt, wird deutlich, dass er das nicht ganz freiwillig gemacht hat. Auch er hat sich bei Ubisoft offenbar nicht optimal verhalten, wie so viele andere Personen in hohen Positionen (darüber wurde schon ausführlich berichtet).

Die französische Zeitung Libération, die viele der jüngsten Details über das Fehlverhalten bei Ubisoft am Arbeitsplatz ans Licht brachte, berichtet, dass die Entwicklung von "Beyond Good and Evil 2" in einem Durcheinander ist, ohne dass in den sieben Jahren der Entwicklung wirklich konkrete Fortschritte erzielt wurden. Laut den anonymen Ubisoft-Mitarbeitern, die von Libération befragt wurden, liegt die Schuld dafür größtenteils bei Michel Ancel, der als Kontrollfreak mit einer Vorliebe für plötzliche Sinnesänderungen beschrieben wird, die dazu führen, dass große Mengen an Arbeit gestrichen werden müssen.

In dem Libération-Bericht heißt es, dass die Zusammenarbeit mit Michel Ancel so schwer war, dass schließlich andere Manager hinzugezogen wurden, um die Anzahl der Personen zu begrenzen, die mit ihm interagieren mussten. Michel Ancel hat in einem Interview mit der Zeitung bestätigt, dass es eine Untersuchung seitens Ubisoft gegen ihn gibt, in dem es um den toxischen Managementstil geht.

Das Statement von Ubisoft: "Der CEO von Ubisoft, Yves Guillemot, hat bereits im Juli zugesagt, dass jeder Vorwurf untersucht wird und niemand außerhalb dieses Prozesses stehen wird - und dazu würde auch Michel Ancel gehören. Und wie Michel dem Journalisten von Libération gegenüber bestätigte, wird gegen ihn ermittelt. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen, und wir haben nichts weiter zu sagen, da wir die Vertraulichkeit dieser Untersuchung respektieren."

Michael Sosinka News