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Eine unmögliche Armee aus allen möglichen Tieren zusammenstellen? Diese Idee hört sich interessant an, relic Entertainment hat sich dieser angenommen und daraus Impossible Creatures erschaffen.

Relic Entertainment ist Strategiefans wohl vor allem durch Homeworld ein Begriff, aber die Jungs können nicht nur verdammt gute Echtzeitstrategie im Weltraum zusammenschustern sondern bleiben manchmal auch recht Bodenständig wie im neuesten, bei Microsoft erschienenem 3D Echtzeitstrategiespiel Impossible Creatures.

Doch bei Impossible Creatures handelt es sich, wie der Titel schon vermuten lässt, nicht einfach um ein simples RTS-Game sondern hier haben die Entwickler mal wieder einen etwas ungewöhnliches Weg eingeschlagen. Einige von euch kennen vielleicht noch eines der ersten Echtzeitstrategiespiele mit 3D Engine: Warzone 2100. Das Besondere an diesem Spiel war aber weniger die Grafik als das man seine Einheiten aus verschiedenen Bauteilen selbständig zusammenstellen konnte. In Impossible Creatures läuft dieses ganz ähnlich ab, nur das die Bauteile hier nicht Geschütze, Fahrwerke und Karosserien sind sondern organische Bestandteile von über 50 auf unserem Planeten real existierenden Tieren.

Der Spieler darf im Laufe des Spieles aus diesen verschiedenen Bestandteilen seine ganz individuelle Armee züchten. Möglich mach dies die sogenannte Sigma-Technologie, die der Vater unseres Helden Rex Chance erschaffen hat. Allerdings ist Rex Vater plötzlich verschwunden und Rex steht auf der Suche nach ihm auf einmal vor ihm vollkommen unbekannten Kreaturen, halb Hund, halb Hummer. So beginnt die Storyline von Impossible Creatures, die sich durch die gesamten Einzelspieler-Missionen zieht. Die einzelnen Missionen, die das letztendliche Ziel haben Rex Vater zu finden und Bösewicht Upton Julius zurechtzuweisen werden dabei meist von kleinen Videosequenzen eingeleitet und beendet. Bei den Videos wurde hier jedoch leider wieder auf den schon bei Homeworld verwendeten Stil von relic zurückgegriffen. Statt farbenprächtiger gerenderten Sequencen gibt es leider nur schwarz-weiss Strichzeichnungen zu sehen, diese sind zwar begleitet durch eine gut synchronisierte Sprachausgabe lassen aber nicht wirklich Motivation und Begeisterung für die Story aufkommen. Ergänzt werden diese kurzen Clips durch einige in der Spielengine gerenderte Sequenzen, die da schon besser wirken.

Gespielt wird letztendlich jede Mission auf einer mehr oder weniger grossen Insel, die jeweils durch Klippen, Berge und Brücken bestimmte Abschnitte voneinander abgrenzt wie man es beinahe von jedem RTS-Spiel kennt. Die Inseln selbst sind meist von zivilen Einwohnern bewohnt, die einem bei gegenseitiger Hilfestellung einige Vorteile bringen können. Gespielt wird letztendlich genretypisch durch simples Click & Point System. Zuerst baut man seine Basis auf um mit Hilfe dieser und einem Terra- /Aqua- oder Aero-Tanks seine jeweils zuvor zusammengestellten Einheiten zu erschaffen. Da man sich mit den ganzen Möglichkeiten zuerst natürlich einmal vertraut machen muss startet man mit einer kleinen Auswahl von Tieren, die teilweise noch wenige Spezialfähigkeiten besitzen.

Erst während des Spieles findet man mehr und mehr verschiedene Rassen, die man zuerst einmal mit Hilfe der Hauptfigur, die aktiv im Spiel vorhanden ist, markieren muss um dadurch die genetischen Informationen zum Klonen der Einheiten zu sammeln. Aus diesen Vorlagen kann man dann im Armee-Konfigurator für jede Mission seine individuelle Armee aus bis zu 12 verschiedenen Einheiten zusammenstellen, dabei sollte man auch auf die Kosten für jede Einheit achten sowie den aktuellen Technologiestand berücksichtigen, von denen es insgesamt 5 gibt. Je stärker und kostspieliger eine Einheit ist desto höher ist auch der dafür benötigte Technologiestand, den man allerdings erst im Laufe des Spieles durch Upgrades und nötige Gebäude erreichen muss. Besonders gute Armeen darf man sogar speichern und später wieder aktivieren.

Einheiten können dabei durch Spezialfähigkeiten Schlüsselrollen in der eigenen Armee darstellen. Zu diesen Fähigkeiten gehören dabei nicht nur das Fliegen und Schwimmen sondern auch Fernwaffen, Gifte Regenration, Rudeljagd oder Tarnung bzw. das Gegenstück der Ortungssinn. Hört sich alles recht militärisch an und so wirkt es im Spiel dann auch. Würde man durch das Brüllen, Jaulen und Gurren der Einheiten sowie deren Optik nicht ständig daran erinnert, dass es sich hierbei um Tiere handelt könnte man sie genausogut für gewöhliche Einheiten handeln, die man in anderen Spielen findet. Leider konnte, zumindest bei mir, dementsprechend hier der wohl erwünschte Faktor des ungewöhnliches Spielvergnüngens nicht so recht aufkommen.

Das Erstellen der Einheiten ist dafür aber umso interessanter, hat man im späteren Spielverlauf hier doch praktisch unbegrenzte Möglichkeiten zur Verfügung. Laut Spielbeschreibung sollen über 40.000 Kombinationen möglich sein, genug um sich Jahre damit zu beschäftigen könnte man denken. Doch leider präsentiert sich das Spiel ansich dafür nicht spannend genug. Viele besondere taktische Möglichkeiten werden hier wenig geboten, die Masse und Stärke macht es eigentlich immer, auch wenn eine gute Kombination der Einheiten erfolgsversprechend ist.

Was bleibt ist ein gutes Echtzeitstrategiespiel mit einem vielversprechendem Ansatz, doch leider fehlt es bei der Masse an individuellen Einheiten für eine spielerisch gelungene Umsetzung auch wenn Tarneinheiten oder Giftstachel taktisch ganz gut sein mögen gewinnt meist derjenige, der die Masse an starken Einheiten hat, dem kann man praktisch nichts entgegensetzen.

News Roger