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Neue Weltbestzeit im Doom 3-Speedrun

Robert Brandl, 23 Jahre alt und hauptberuflich Energielogistiker in Aachen, durfte für einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde nicht mehr als 60 Minuten benötigen, um im Videospiel Doom 3 BFG Edition (Lost Mission) zum Abspann zu kommen.

Am vergangenen Montag, 26. November, musste er vor Publikum und via Live-Stream beweisen, dass er zur Spitze der internationalen Speedrunning-Szene zählt.

Wochenlang hatte er sich darauf vorbereitet, während seine 25jährige Freundin mit mentalem Beistand half. Tatsächlich schaffte er es mit einem Speedrun von genau 32 Minuten und 5 Sekunden ins Ziel und wurde für diese sensationelle Leistung von den Gästen und Medienvertretern gefeiert.

Der Speedrun-Experte Dominik Hellfritzsch von VictoryRoad.de hatte zuvor über die Speedrun-Szene von den Ursprüngen bis heute referiert und die Youtube-Satire  „Der Mythos Robert Brandl“ produziert, die auch bei der Vorführung vor Ort für einige Lacher sorgte. Sein Statement zum Event:
„Ich war von Anfang an zuversichtlich, dass der Weltrekordversuch ein voller Erfolg werden würde. Ich hab Robert ja im Vorhinein begleitet und ein wenig über die Schultern geschaut und wusste, dass seine eigene Messlatte weit unter 60 Minuten lag. 32:05 Minuten ist eine großartige Zeit, auch wenn seine persönliche Bestzeit zu Hause noch ein Stück besser war. Was ich schön fand zu sehen war, dass die Presse während des gesamten Runs zu jeder Sekunde mitgefiebert hat. Alles in allem ließ das Event nichts zu wünschen übrig.“
Begeistert war auch Janine Töllner, Vorstand Videospielkultur e.V. in München, die über aktuelle Aktivitäten in München und Bayern berichtete. Der Verein hatte im Vorfeld bei der Organisation der Veranstaltung unterstützt und möchte auch bei zukünftigen Aktionen involviert werden.
Nach seinem neuen Weltrekord stand Robert Brandl etwas erschöpft und mit Schweiß auf der Stirn den versammelten Medienvertretern Rede und Antwort. Wie beim Weltmeister aus Heppenheim konnte sich der Aachener auf die Technik verlassen:
„Ich finde es sehr clever, dass MadCatz mit dem MLG Pro Circuit-Controller die Vorteile des Microsoft Xbox 360- und des Sony Playstation 3-Pads vereint hat und so eine optimale Performance liefern kann.“
Der Austragungsort des Weltrekordversuchs war der großzügige Konferenzraum von Elgato Systems in München. Ursprünglich als ausreichend groß eingeschätzt, waren die Räumlichkeiten beim Höhenpunkt des Tages bis zum Anschlag gefüllt. Dicht gedrängt standen viele der geladenen Gäste bis in den Flur hinein, um einen Blick über die Schulter Brandls auf den Bildschirm zu werfen. Dank Kopfhörer konnte er sich trotz der ständigen Unruhe und erstaunten Zwischenrufen auf das Spielgeschehen konzentrieren:
„Ich habe viele verschiedene Produkte getestet, aber das TRITTON Warhead 7.1. Headset vereint, anders als andere Headsets, gute Soundqualität und ein 100% kabelloses Erlebnis. Das war mir schon immer sehr wichtig.“Bis kurz vor Veranstaltungsbeginn herrschten gespannte Erwartungen bei Elgato. Denn erstmals sollte die Live-Stream-Funktionalität des Game Capture HD vorgeführt werden.

Die Software befindet sich noch im Beta-Stadium, hielt aber dem Belastungstest souverän stand. Gleichzeitig wurde das Ingame-Videobild in maximaler Auflösung aufgezeichnet. Dieses und andere Dateien müssen jetzt zur Prüfung beim Guinness Buch der Rekorde eingereicht werden, um eine offizielle Anerkennung als Weltrekord zu erhalten. Ebenfalls haben Michael Herde, Fachjournalist des Videospielmagazins M!Games, und Alexander Krause, Projektmanager des Videospielkultur e.V., kritisch den technischen Aufbau geprüft sowie auf Brandls Finger geschaut. Mit ihren schriftlichen
Augenzeugenberichten bestätigten sie, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist und der Weltrekord somit einwandfrei erzielt wurde.
Zum Schluss gab Gaetano Rizzo, Geschäftsführer Olymptronica Events Ltd., als Veranstalter des Speedrun-Weltrekordversuchs bekannt, dass während der Deutschen Gamestage in Berlin vom 23. bis zum 27. April 2013 erstmals die Speedrun-Europameisterschaft stattfinden wird. Talentierte Speedrunner haben ab sofort die Gelegenheit, sich für eine Teilnahme zu bewerben. Kurze Mail an
speedrun@olymptronica.de genügt.Screenshot

Bezeugten für das Guinness Buch der Rekorde die ordnungsgemäße Durchführung des Weltrekordversuchs: Alexander Krause (links), Projektmanager Videospielkultur e.V., und Michael Herde (rechts), Redakteur des Videospielfachmagazins M!Games, nehmen Robert Brandl in die Mitte.
*(Foto & Copyright: „olymptronica / Bartosz Warzywoda“)**

Dominik Hellfritzsch hat die drei wichtigsten Fragen zusammengefasst.***

Wie lange trainiert man für so einen Speedrun?
Das ist von Spiel zu Spiel unterschiedlich. Robert hat für Lost Mission zum Beispiel einen Monat trainiert und das Spiel zwischen 20 und 30 Mal durchgespielt. Auf einem anderen Blatt steht da ein Spiel wie Super Mario 64: Der aktuelle Weltrekordhalter hat im Mai 2011 mit dem Training angefangen und seitdem laut eigener Angabe mehrere 1.000 Stunden mit dem Spiel verbracht.

Was braucht man, um so einen Speedrun zu machen?
Neben dem Training mit einem richtig guten Gamepad wie den MLG Pro Circuit-Controller braucht man auf dem PC einen so genannten Screengrabber wie z.B. FRAPS. Dies ist ein Programm, das einen den Bildschirm des PC-Monitors abgreifen lässt, um Videos zu erstellen. Auf der Konsole braucht es eine so genannte Capture Box wie z.B. die Elgato Game Capture HD. Damit kann man das Videomaterial direkt von der Konsole auf dem heimischen PC speichern oder streamen.

Wie sieht die Community beim Speedrunning aus?Die beiden größten Communities sind SpeedDemosArchive und SpeedRunsLive. SpeedDemosArchive ist die größte Sammlung von Speedruns weltweit
und bietet über 1.000 Videos zu über 600 Spielen. Währenddessen findet man auf SpeedRunsLive rund um die Uhr Live-Speedruns und Rennen zu allen möglichen Spielen.

News Roger