Vorläufiger Teilerfolg von Epic Games vor Gericht

Zugang zu Apple-SDKs muss erhalten bleiben

Laut einer Entscheidung des Gerichts darf Apple keine Massnahmen gegen Epic Games ergreifen, indem es die Apple-Entwickler-Accounts des Unternehmens kündigt.

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Epic Games hat sich mit Apple angelegt und bewusst gegen die Regeln des App-Stores verstossen. "Fortnite" ist dort nicht mehr verfügbar, allerdings könnte der Streit auch weitreichende Folgen für andere Entwickler haben, weil Epic Games keinen Zugang mehr zu den Apple-SDKs bekommen soll. Das würde die Weiterentwicklung der Unreal Engine verhindern. Jetzt hat Epic Games vor Gericht zumindest einen vorläufigen Teilerfolg errungen.

Mit sofortiger Wirkung kann Apple keine Massnahmen gegen Epic Games ergreifen, indem es die Apple-Entwickler-Accounts des Unternehmens schliesst oder die Nutzung der Unreal Engine durch Entwickler auf Apple-Plattformen einschränkt. Aber gleichzeitig entschied Richterin Yvonne Gonzalez Rogers ebenfalls, dass Apple nicht verpflichtet ist, "Fortnite" wieder in den App Store zurückzubringen. Das liegt daran, dass sich Epic Games strategisch entschieden hat, mit "Fortnite" die Regeln von Apple zu brechen.

"Epic Games und Apple steht es frei, gegeneinander zu prozessieren, aber ihr Streit sollte keine Schäden für die Umstehenden anrichten," so Yvonne Gonzalez Rogers. Sie stimmt mit Epic Games darin überein, dass es "einen potentiell erheblichen Schaden sowohl für die Unreal Engine-Plattform selbst als auch für die Spiele-Industrie im Allgemeinen" bedeuten kann, wenn der Grafikmotor nicht weiterentwickelt und unterstützt werden darf. Entwickler müssten ihre Projekte aufgeben, weil sie Epic Games nicht mehr auf Apple-Plattformen unterstützen kann. Man muss jedoch festhalten, dass dies eine vorläufige Entscheidung ist, solange der Gerichtsprozess zwischen Apple und Epic Games stattfindet.

Michael Sosinka News